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21.05.2020

GVA lehnt Abwrackprämie ab

Subventionspolitik

Der Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) sieht aktuell geäußerte Forderungen, eine staatliche Prämie für den Kauf neuer Kraftfahrzeuge einzuführen, kritisch. Aus Sicht des GVA wäre eine solche Maßnahme weder ökonomisch zielführend noch ökologisch sinnvoll.

Im Jahr 2009 wurde in Deutschland im Rahmen des Konjunkturpakets II eine staatliche Umweltprämie in Höhe von 2.500 Euro eingeführt, die Autofahrer seinerzeit erhalten konnten, wenn sie ihren alten PKW verschrotten ließen und dafür einen Neu- oder Jahreswagen kauften. Diese Maßnahme wurde bezüglich ihrer Umweltbilanz aus der Wissenschaft rückblickend oft kritisch beurteilt. Auch der ökonomische Nutzen war umstritten: So konnten vor allem Importmarken mit preisgünstigen Fahrzeugen ihre Marktanteile seinerzeit in Deutschland steigern, während die heimischen Hersteller Marktanteile verloren. Darüber hinaus wurden Mitnahmeeffekte bemängelt. Im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt sorgte die Prämie für Verwerfungen.

Keine positiven ökonomischen Effekte zu erwarten

In Folge der Corona-Krise gibt es nun erneut Forderungen nach Neuauflage einer solchen Subvention. Damit soll der Absatz von Neufahrzeugen in Deutschland angekurbelt werden, nachdem der stationäre Verkauf von Fahrzeugen Corona bedingt für mehrere Wochen ausgesetzt werden musste. GVA-Präsident Hartmut Röhl bezweifelt den Sinn und die Wirksamkeit einer solchen Prämie in der gegenwärtigen Situation: „Der aktuelle Einbruch bei den Verkaufszahlen von Neuwagen hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen waren Autokäufe im stationären Handel durch die zeitweisen Schließungen nicht möglich, sie mussten aufgeschoben werden und können von den Kaufinteressenten nun in der kommenden Zeit nachgeholt werden. Zum anderen sind zahlreiche potenzielle gewerbliche oder private Neufahrzeugkäufer wirtschaftlich von den Auswirkungen der Corona-Krise stark betroffen und haben entsprechende Kaufabsichten deshalb bis auf Weiteres zurückgestellt. Aber dieses Problem wird man nicht mit einer Kaufprämie, die ja in der Regel nur einen Bruchteil des ohnehin marktüblichen Neuwagenrabatts darstellt, auflösen können.“ In beiden Fällen wäre eine Prämie nicht zielführend; sie würde zu Mitnahmeeffekten führen aber wohl kaum Käufe initiieren. Mit Sorge betrachtet der GVA Berichte über betriebswirtschaftliche Nöte in den Betrieben des Kfz-Gewerbes aufgrund der aktuellen Lage.

Hartmut Röhl vom GVA ist gegen eine Abwrackprämie 2.0. © GVA

Herstellergebundenen Betrieben etwa bereiten demnach die Folgen der Corona bedingten Einschränkungen im Neuwagenvertrieb Probleme. Hartmut Röhl: „Die OEMs sind sicher noch vor dem Staat als Erste aufgerufen, ihre Vertriebspartner bei den aus Corona resultierenden Problemen im Neufahrzeugabsatz zu unterstützen. Potenzial für in der Praxis wirkungsvolle Maßnahmen sollte herstellerseitig vorhanden sein.“

Gezielte Hilfe statt Gießkannenprinzip

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise sollten die begrenzten Mittel der Steuerzahler besonders sinnvoll und effektiv eingesetzt werden. Röhl: „Wenn schon erforderlich, dann sollten Mittel gezielt für Betriebe vor Ort in Not genutzt werden, statt nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen und dabei indirekt Fahrzeugherstellern Zuwendungen zukommen zu lassen, die an anderer Stelle dringender benötigt werden. Eine neue Abwrackprämie wäre lediglich ein teures und dabei weitgehend unwirksames Subventionsfeuerwerk.“

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