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13.01.2020

Mercedes-Benz baut Lkw-Prüfzentrum in Wörth aus

Nutzfahrzeuge

Mercedes-Benz Lkw hat sein erweitertes Entwicklungs- und Versuchszentrum in Wörth eröffnet. Rund 50 Millionen Euro wurden in das Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit von Lkw investiert - unter anderem für ein neues Prüfstandgebäude für System- und Gesamtfahrzeugtests und ein Büro- und Werkstattgebäude. Zusätzliche rund 20 Millionen Euro flossen in den Lkw-Rollenprüfstand für Tests von Mercedes-Benz Lkw in Echtzeit.

© Daimler

© Daimler

Das Entwicklungs- und Versuchszentrum (EVZ) ist Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit von Mercedes-Benz Lkw und spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Erprobung des vernetzten, automatisierten und elektrischen Fahrens. Im Juni 2008 wurde das EVZ in unmittelbarer Nachbarschaft des Produktionswerkes Wörth eröffnet und so eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Produktion ermöglicht. Das EVZ verfügt über zahlreiche Schlechtwegstrecken und verschiedene Fahrbahnprofile, die die Straßen dieser Welt abbilden. Auf diese Weise können für Versuchsfahrzeuge die gleichen Bedingungen hergestellt werden, wie sie z. B. in Südamerika, Südkorea, Afrika und natürlich auch in Europa vorhanden sind. Weiterhin zählt zum EVZ die Einfahrbahn mit Neigungswinkeln bis zu 49 Prozent zur Funktionserprobung. Darüber hinaus befinden sich im EVZ Büro-, Werkstatt- sowie Serviceflächen, die auch Prüfstände für z. B. Lkw-Komponententests beherbergen.

Von der Straße auf die Rollen

Präsentiert wurde ebenfalls der Lkw-Rollenprüfstand. Mit der Anlage testet Mercedes-Benz seit Kurzem Lkw in Echtzeit. Im 24/7-Betrieb können Antriebsstränge, angefangen vom klassischen Dieselantrieb über Gasmotoren, Hybrid¬antriebe bis hin zu batterieelektrischen und Brennstoffzellenantrieben unter realistischen Fahrbedingungen auf dem Prüfstand simuliert und zur Serienreife entwickelt werden.

Statt auf öffentlichen Straßen werden nun in der Prüfhalle über eine Fahrsimulation gemessene Testfahrten oder gesetzlich vorgegebene Testzyklen automatisiert und präzise nachgefahren. Der Lkw wird dazu über eine Steuerleitung mit dem Prüfstandrechner verbunden und von dort aus in allen notwendigen Funktionen gesteuert. So sind aufwendige Kraftstoffverbrauchsmessungen, die zuvor ausschließlich auf der Straße durchgeführt wurden, unter vergleichbaren Randbedingungen und mit noch größerer Wiederholgenauigkeit auf dem Prüfstand möglich.

Der Prüfstand verfügt über ein Fahrtwindgebläse mit einem Luftstrom von über 800.000 m³/Stunde, was einer maximalen Anströmgeschwindigkeit von 90 km/h entspricht. Der gesamte Prüfraum lässt sich stufenlos im Temperaturbereich von -7°C bis +50°C zur Darstellung von extremen Umgebungsrand-Bedingungen einstellen. Auf dem Prüfstand können verschiedene Fahrzeugkombinationen mit bis zu vier angetriebenen Achsen gefahren werden. Dabei steht die Zugmaschine in der Prüfhalle auf vier Trommeln mit einem Durchmesser von drei Metern. An jeder Rolle befindet sich ein großer, wassergekühlter Elektromotor mit einer Leistung von 600 kW. Diese elektrischen Maschinen ermöglichen die Simulation aller Fahrwiderstände, die im realen Fahrbetrieb von außen auf das Fahrzeug wirken. Hierzu gehören beispielsweise extreme Steigungsfahrten unter Volllast mit maximaler Zuladung oder auch der Bremsbetrieb während einer Bergabfahrt. Die auf dem Prüfstand fahrbaren Geschwindigkeiten decken alle in Europa erlaubten Maximalgeschwindigkeiten auf Autobahnen ab.

weitere Informationen

Unternehmensinformation

Daimler AG COM/MBC HPC 1121

DE 70546 Stuttgart

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