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17.06.2020

Digitaler Schutzengel für Motorradfahrer

Fahrerassistenzsysteme

Die vernetzten Motorrad-Notruflösung Help Connect von Bosch ruft selbstständig Hilfe übers Smartphone und beschleunigt so die Rettungskette.

Nach wie vor ist das Risiko, bei einem Crash getötet zu werden, für Motorradfahrer bis zu 20-mal höher als für Autofahrer. Mit Help Connect hat Bosch deshalb ein vernetztes Notrufsystem für motorisierte Zweiräder entwickelt und beschleunigt damit die Rettungskette. „Help Connect ergänzt das breite Bosch-Portfolio an Motorrad-Sicherheitssystemen um einen digitalen Schutzengel“, sagt Harald Kröger, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.
Das vernetzte Notrufsystem erkennt Unfälle mithilfe eines intelligenten Crash-Algorithmus in der Inertialsensoreinheit im Fahrzeug. Per Smartphone-App übermittelt Help Connect unter anderem Informationen zu Unfallort und Fahrer über das Bosch Service Center an die Rettungskräfte und erleichtert ihnen damit das Auffinden des Unfallopfers. Eine automatische Meldung kann die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort in Einzelfällen um bis zu 50 Prozent reduzieren (Quelle: EU-Projekt Harmonised eCall European Deployment, I_HeERO).

Smartphone-App übermittelt im Notfall Standort- und Fahrerdaten

Help Connect greift auf die Inertialsensoreinheit der Motorradstabilitätskontrolle MSC von Bosch zurück. Dieser im Fahrzeug verbaute Sensor misst 100-mal pro Sekunde Beschleunigung und Winkelgeschwindigkeit. Diese gibt an, wie schnell sich ein Winkel um eine Achse ändert. Der Sensor kann somit eindeutig berechnen, in welcher Bewegung und Schräglage sich das Motorrad befindet. Durch den integrierten Crash-Algorithmus erkennt der Sensor zudem automatisch, ob das Motorrad in einen Unfall verwickelt ist, oder ob es beispielsweise wegen eines Missgeschicks beim Abstellen umfällt. Es bedarf keines zusätzlichen Steuergerätes, was die Integration ins Fahrzeug erleichtert. Per Bluetooth wird anschließend die Verbindung zur Bosch-Notfall-App Vivatar hergestellt. Es lassen sich auch andere Smartphone-Apps – etwa von Motorradherstellern – in die Notruflösung einbinden. Neben den Standortinformationen übermittelt Help Connect auch vom Fahrer hinterlegte Gesundheitsdaten an das Bosch Service Center. Diese Daten können für die Rettung lebensnotwendig sein. Auf Wunsch werden zusätzlich persönliche Notfallkontakte automatisch informiert.

  • Die Sicherheit von Motorradfahrern zu verbessern, ist für Bosch schon seit vielen Jahren ein Anliegen. Mit seinem vor 25 Jahren eingeführten Motorrad-ABS und der Motorradstabilitätskontrolle MSC (seit 2013) hat der weltweit führende Anbieter von Motorrad-Sicherheitssystemen das Fahren auf zwei Rädern schon deutlich sicherer gemacht. Radarbasierte Assistenzsysteme wie adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, Kollisionswarnung sowie Totwinkelassistent komplettieren das Sicherheitsportfolio von Bosch. © Bosch

  • Bosch betreibt aufwendig Unfallforschung und simuliert anhand von Crashtests verschiedene Unfallszenarien. Bei der Entwicklung von Help Connect wurde zum Beispiel der Heckaufprall eines Motorrads auf ein stehendes Fahrzeug simuliert. © Bosch

  • Das vernetzte Notrufsystem erkennt Unfälle mithilfe eines intelligenten Crash-Algorithmus in der Inertialsensoreinheit im Fahrzeug. Per Smartphone-App übermittelt Help Connect unter anderem Informationen zu Unfallort und Fahrer über das Bosch Service Center an die Rettungskräfte und erleichtert ihnen damit das Auffinden des Unfallopfers. © Bosch

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Im ersten Schritt ist der Notruf-Service für Kunden aus Deutschland verfügbar. Dabei können die Nutzer mit dem Bosch Service Center auch im europäischen Ausland (Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Luxemburg, Österreich, Spanien, der Schweiz und den Niederlanden) in Deutsch oder Englisch kommunizieren. Meldet sich ein Fahrer aufgrund eines schweren Unfalls nicht, werden die Rettungskräfte unverzüglich an den Unglücksort gelotst. Da das Smartphone in der Regel immer gut geschützt am Körper getragen wird, lassen sich verunfallte Motorradfahrer auch dann rasch auffinden, wenn sie beim Crash vom Fahrzeug getrennt wurden.

Bosch-Unfallforschung analysiert Crashs weltweit

Wie alle Assistenzsysteme von Bosch entspringt Help Connect der engen Zusammenarbeit von Entwicklungsabteilung und unternehmenseigener Unfallforschung. „Bevor wir Produkte entwickeln, die die Sicherheit von Motorradfahrern erhöhen, müssen wir kritische Situationen verstehen“, erklärt Kröger. Anhand realer Daten von Motorradunfällen können die Unfallforscher Impulse für neue Entwicklungen geben. Für das automatische Notrufsystem hat Bosch besonderen Aufwand betrieben: Um konkrete Unfallszenarien zu analysieren und die Funktionsfähigkeit von Help Connect nachzuweisen, wurden allein 18 Crashtests durchgeführt.

Intelligente Assistenzsysteme vermeiden Unfälle

Die Sicherheit von Motorradfahrern zu verbessern, ist für Bosch schon seit vielen Jahren ein Anliegen. Mit seinem vor 25 Jahren eingeführten Motorrad-ABS und der Motorradstabilitätskontrolle MSC (seit 2013) hat der weltweit führende Anbieter von Motorrad-Sicherheitssystemen das Fahren auf zwei Rädern schon deutlich sicherer gemacht. Radarbasierte Assistenzsysteme wie adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, Kollisionswarnung sowie Totwinkelassistent komplettieren das Sicherheitsportfolio von Bosch.

Mehr Informationen

Unternehmensinformation

Robert Bosch GmbH

Robert-Bosch-Platz 1
DE 70839 Gerlingen-Schillerhöhe
Tel.: 0711 811-0

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