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09.01.2019

Daimler Trucks investiert 500 Mio. Euro in hochautomatisierte Lastkraftwagen

Forschung & Entwicklung

Daimler Trucks wird in den nächsten Jahren 500 Millionen Euro in die Entwicklung hochautomatisierter Lkw (SAE Level 4) investieren und über 200 neue Arbeitsplätze schaffen. Das hat die Lkw-Sparte von Daimler auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas bekanntgegeben.

© Daimler

© Daimler

Hochautomatisiertes Fahren bedeutet, dass automatisiert fahrende Lkw in definierten Bereichen und zwischen definierten Knotenpunkten verkehren – wobei das System nicht erwartet, dass ein Benutzer auf eine Aufforderung zum Eingreifen reagiert. Im Transportgewerbe ist Level 4 der nächste natürliche Schritt nach Level 2, um Effizienz und Produktivität für die Kunden zu steigern und die Kosten pro Kilometer signifikant zu senken.

Damit überspringt Daimler Trucks den Zwischenschritt des bedingt automatisierten Fahrens (Level 3). Level 3 bietet Lkw-Kunden keinen wesentlichen Vorteil gegenüber der jetzigen Situation, da den höheren Kosten für die hierfür notwendigen Technologien kein entsprechender Nutzen in der Praxis gegenüber steht.

Automatisiertes Fahren mit Freightliner Cascadia

Mit dem Active Drive Assist (Mercedes-Benz Actros, FUSO Super Great) bzw. Detroit Assurance 5.0 mit aktivem Spurhalte-Assistenten (neuer Freightliner Cascadia) bringt Daimler Trucks nun bereits teilautomatisierte Fahrfunktionen in seine Serienfahrzeuge. Das neue System kann selbständig bremsen, beschleunigen und lenken. Im Gegensatz zu anderen Systemen, die erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit eingreifen, ermöglichen Active Drive Assist/Detroit Assurance 5.0 teilautomatisiertes Fahren in allen Geschwindigkeitsbereichen in einem Serien-Lkw. Neu sind die aktive Querführung und die Verbindung von Längs- oder Quersteuerung in allen Geschwindigkeitsbereichen. Die intelligente Verknüpfung von Radar- und Kamerainformationen bildet dafür die Basis.

Neubewertung des Platoonings

Im Zuge der weiteren Umsetzung seines Innovationsfahrplans bewertet Daimler Trucks seine Sichtweise auf das Platooning neu. Daimler Trucks definiert Platooning als die elektronische Kopplung von zwei oder mehr Lkw mit sehr geringem Abstand zueinander. In der Theorie verbessert sich dadurch die Aerodynamik, was den Kraftstoffverbrauch senken soll. Daimler Trucks hat das Platooning mehrere Jahre lang vor allem in den USA getestet, wo die größten Vorteile zu erwarten gewesen wären. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einsparungen selbst unter optimalen Platooning-Bedingungen in der Praxis geringer ausfallen als erhofft. Wenn die einzelnen Fahrzeuge des Platoons zudem voneinander getrennt werden, müssen die Lkw jedes Mal beschleunigen, um wieder aufzuschließen. Dadurch wird zusätzlicher Kraftstoff verbraucht und das Einsparpotenzial sinkt weiter. Zumindest im Langstreckenverkehr in den USA ergibt sich daher kein Geschäftsmodell für Kunden, die beim Fahren im Platoon auf höchst aerodynamische Lkw setzen. Daimler Trucks wird sich in allen noch laufenden Partnerprojekten weiterhin engagieren.

Hochautomatisiertes Fahren

Hochautomatisierte Lkw (Level 4) bieten in vielen Bereichen enorme Vorteile. So leisten sie einen wesentlichen Beitrag hinsichtlich des wachsenden gesellschaftlichen Bedürfnisses nach sichereren Straßen und nachhaltigeren Transportlösungen. Redundant aufgebaute Systeme und eine Vielzahl an Sensoren und Systemen, die nie müde oder unaufmerksam werden, bilden dafür die Basis – auch heute ist noch ein Großteil aller Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Derzeit sind bei Level 2-Fahrzeugen zwei Sensoren im Einsatz – im nächsten Entwicklungsschritt bei Level 4 werden es deutlich mehr sein, die darüber hinaus auch weitaus leistungsstärker sind. Dies geht mit einem völlig neuen Datenaufkommen einher und stellt gleichzeitig extrem hohe Anforderungen an die Qualität der Datenverarbeitung. Dabei wird das Ziel verfolgt, die Wahrnehmung des Fahrers durch vollständig erfasste Verkehrs- und Fahrzeugsituationen mit Hilfe unterschiedlichster Sensortechnologien nachzustellen und zu ersetzen. Jeder Sensor leistet mit seinen speziellen Eigenschaften einen Beitrag zur Gesamtleistung und Sicherheit hochautomatisierter Lkw. Drei verschiedene technologische Ansätze bilden dafür die Grundlage: Radar, Kamera und Lidar.

zu Daimler

Unternehmensinformation

Daimler AG COM/MBC HPC 1121

DE 70546 Stuttgart

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