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26.01.2016

Bosch testet automatisiertes Fahren in Japan

Bosch weitet die Entwicklung des automatisierten Fahrens aus. Neben Deutschland und den USA erprobt das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen die Zukunftstechnologie neuerdings auch in Japan.

Bosch testet automatisiertes Fahren nun auch in Japan. Mit Linksverkehr und einem komplexen Verkehrsgeschehen liefert Japan für die Entwicklung wertvolle Erkenntnisse. © Bosch

Ziel von Bosch ist zunächst die Entwicklung des Autobahnpiloten. Damit sollen Pkw ab 2020 selbstständig auf Autobahnen oder autobahnähnlichen Straßen fahren können.

"Mit Linksverkehr und einem komplexen Verkehrsgeschehen liefert uns Japan für die Entwicklung wertvolle Erkenntnisse", sagt Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

Wie die Ingenieure in Deutschland und den USA ist auch das Team in Japan mit automatisierten Erprobungsfahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Die Testfahrten finden statt auf dem Tohoku Expressway (Präfektur Tochigi), dem Metropolitan Inter-City Expressway (Präfektur Kanagawa) sowie auf den Bosch-Testgeländen in Shiobara und Memanbetsu.

Zu Beginn der Entwicklungsarbeit profitiert das neu formierte Team in Japan stark von den Erkenntnissen der Kollegen aus Deutschland und den USA, die seit 2011 am automatisierten Fahren arbeiten. Seit Anfang 2013 ist Bosch mit Erprobungsfahrzeugen auch bereits auf der A81 in Deutschland und der Interstate I280 in den USA unterwegs. "Mehr als 10 000 Testkilometer haben unsere Entwickler inzwischen unfallfrei absolviert", sagt Hoheisel. Die Bosch-Testautos bewegen sich dabei selbständig durch den Verkehr. Wann sie den Blinker setzen und die Spur wechseln, entscheiden die Fahrzeuge - abhängig von der Verkehrssituation - ganz allein.

Basis dafür ist ein präzises, von Sensoren erzeugtes Bild des Fahrzeugumfelds. Zusätzlich liefert Bosch-Kooperationspartner TomTom hochgenaue Kartendaten. Mit allen diesen Informationen stellt ein Computer Berechnungen über das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer an und leitet daraus Entscheidungen für die Fahrstrategie der automatisiert fahrenden Fahrzeuge ab.

Damit automatisiertes Fahren nicht nur in Prototypen, sondern auch in Serienfahrzeugen Realität werden kann, müssen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Sowohl in den USA, in Japan als auch in Deutschland ist das Thema auf der politischen Agenda. Bewegung ist in die unter anderem auch von Deutschland ratifizierte Wiener Straßenverkehrskonvention gekommen. Am 23. April 2016 treten Änderungen des Regelwerks in Kraft, die von den Mitgliedstaaten dann in nationales Recht überführt werden müssen. Automatisierte Fahrfunktionen sind demnach erlaubt, wenn der Fahrer sie aktiv übersteuern oder ausschalten kann. Im Bereich des Zulassungsrechts hat sich eine informelle Arbeitsgruppe der UNECE (The United Nations Economic Commission for Europe) zudem der Regelung R 79 angenommen, die automatische Lenkeingriffe derzeit nur bei Geschwindigkeiten von bis zu zehn Stundenkilometern erlaubt. Auch die Validierung automatisierter Fahrfunktionen stellt noch eine Herausforderung dar: Nach gängigen Methoden müssten zur Serienfreigabe eines Autobahnpiloten mehrere Millionen Testkilometer absolviert werden. Bosch arbeitet hier an ganz neuen Ansätzen.

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