Verkehrssicherheitsprognose: Zahl der Unfalltoten sinkt bis 2020 um die Hälfte
26-06-12
Verlässliche Abschätzungen des künftigen Unfallgeschehens können dabei helfen, die Effektivität von Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit zu erhöhen. Daher hat die Bundesanstalt für Straßenwesen im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Prognoseverfahren entwickelt, das eine Differenzierung des zukünftigen Unfallgeschehens nach Schweregrad, Art der Ver-kehrsbeteiligung, Alter der Verkehrsteilnehmer und Ortslagen erlaubt.
<ANZEIGE>
Verläufe der Getötetenzahlen nach Ortslage
Den Prognosehorizont bilden die Jahre 2015 und 2020. Der Verfahrensansatz besteht darin, die Prognose des Unfallgeschehens auf der Grundlage einer Risikoanalyse vorzunehmen. Für den Prognosezeitraum 2015/2020 wird demnach gegenüber dem Jahr 2006 ein deutlicher Rückgang der Unfall- und Verunglücktenzahlen in Deutschland erwartet: 2015 wird eine Gesamtzahl von etwa 279.000 Unfällen mit Personenschaden berechnet. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2006. Für das Jahr 2020 ergaben sich 234.000 Unfälle, was einen Rückgang von 29 Prozent bedeutet. Die Zahl getöteter Personen wird voraussichtlich um etwa die Hälfte sinken: von rund 5.100 Getöteten (2006) auf etwa 2.500 Getötete (2020). In Bezug auf die Schwerverletzten ist ebenfalls mit einer Halbierung im gleichen Zeitraum auf etwa 37.000 Personen zu rechnen (2006: 74.500 Schwerverletzte). Die Anzahl Leichtverletzter reduziert sich mit einem Rückgang um rund 21 Prozent am geringsten. Insbesondere innerorts und auf Autobahnen ist ein starker Rückgang der Anzahl von Unfallopfern zu erwarten. Innerorts wird sich die Anzahl der Getöteten um fast 70 Prozent reduzieren (von knapp 1.400 auf etwa 400 Getötete) – auf Autobahnen beträgt die Reduktion immerhin noch etwa zwei Drittel (minus 64 Prozent von 645 auf etwa 230 Getötete). Die anteilsmäßig größten Rückgänge der Anzahl schwer Verunglückter (Getötete und Schwerverletzte) gibt es laut der Prognose bei den Fußgängern (minus 66 Prozent) sowie den Pkw-Insassen (minus 54 Prozent). Den geringsten Rückgang weisen die Nutzer von motorisierten Zweirädern auf (minus 34 Prozent). Deren Bedeutung bei der Anzahl der schwer Verunglückten wächst damit auf einen Anteil von 19 Prozent im Jahr 2020. (oe)