Der deutsche Halbleitermarkt soll in diesem Jahr voraussichtlich um 13 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro wachsen. Dr. Ulrich Schaefer, Vorsitzender der Fachgruppe Halbleiter Bauelemente im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, erläuterte, das Wachstum werde gestützt durch einen Umsatzanstieg von 15 Prozent bei Diskrete Bauelemente, Opto-Halbleiter und Sensoren/Aktuatoren sowie von zwölf Prozent bei IC.
Die Bereiche Automotive, Datentechnik und Industrieelektronik bleiben die drei Stützpfeiler des deutschen Halbleitermarktes. Im vergangenen Jahr war der Halbleitermarkt um 24,6 Prozent auf knapp sieben Mrd. Euro zurückgegangen. Weltweit beziffert die Branche den Umsatzrückgang im Jahr 2009 um neun Prozent auf etwas über 226 Milliarden Dollar.
Im laufenden Jahr erwartet Schaefer ein zweistelliges Umsatzwachstum mit Halbleiter-Bauelementen um 18 Prozent auf circa 267 Milliarden Dollar, womit der maximale Umsatz der Branche im Jahr 2007 von knapp über 255 Milliarden Dollar schon im Jahr 2010 übertroffen wird. „Aufgrund der Weltwirtschaftskrise hat sich die Entwicklung im Abnehmersegment Automotive im Jahr 2009 stark verschlechtert“, berichtet Schaefer.
Der Umsatz ging 2009 um 31 Prozent zurück. „Die Ursache hierfür ist wie auch schon im Vorjahr die weltweit stark gesunkene Nachfrage nach Neufahrzeugen.“ Die sogenannte Abwrackprämie konnte hierbei noch Schlimmeres verhindern. Durch diese vergrößerte sich jedoch der Klein- und Mini-Kraftfahrzeuge-Marktanteil mit geringerem Umsatz und Elektronikanteil pro Fahrzeug, wohingegen die größeren Fahrzeugklassen Marktanteile verloren haben.
Hierdurch hat sich der Automotive-Marktanteil in Deutschland um drei Prozentpunkte auf 35 Prozent verringert. Der weltweite Anteil der Automobilelektronik ist aufgrund des sehr großen Umsatzrückgangs von 20 Prozent auf einen Marktanteil von sieben Prozent gesunken.