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Marktmacht der Autobauer gefährdet deutsche Zulieferindustrie 23-07-10
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Tabelle: Autobauer, die höchste Preiszugeständnisse fordern. © CAR

Die Marktmacht der deutschen Autobauer, insbesondere der VW-Porsche-Gruppe, zwingt die Zulieferer zu deutlichen Preiszugeständnissen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen unter 110 Zulieferunternehmen durchgeführt hat. Demnach sind 85% der befragten Zulieferunternehmen der Meinung, dass die Größe des VW-Konzerns die Gefahr birgt, dass Zulieferern zu höheren Preiszugeständnissen gezwungen werden. Nur 15% sind der Meinung, dass keine Gefahr zu höheren Preiszugeständnissen besteht.

 

Der Umfrage zufolge haben bereits zwei Drittel der Befragten die Erfahrung gemacht, dass große Automobilhersteller bei Preisverhandlungen höhere Preiszugeständnisse durchsetzen.

 

Dabei sagen 47% der befragten Zulieferer, die VW-Gruppe würde die höchsten Preiszugeständnisse einfordern. An zweiter Stelle steht BMW, 31% der befragten Zulieferer sagen, die Münchner würden die größten Preiszugeständnisse fordern. Damit hat BMW im Vergleich zu früheren Studien deutlich die Preisverhandlungen mit den Zulieferern verschärft. Die US-Amerikaner GM-Opel und Ford werden von den Zulieferern deutlich „harmonischer“ in Preisverhandlungen angesehen. Dies gilt auch für PSA-Peugeot Citroën und Daimler.

 

Die Befragung von 110 Zulieferern zeigt trotz sich verbessernder Situation auf den Weltautomärkten ein zunehmender Preisdruck das Autobauer-Zuliefer-Verhältnis beschreibt. Die zu erwartende Steigerung der Marktmacht der VW-Gruppe wird diesen Preisdruck weiter verschärfen. Damit steigt das Risiko für mittelständische Zulieferer, die ihren Umsatz auf weniger Autobauer (Kunden) konzentrieren.

 

„Die Marktmacht sitzt nicht bei den Zulieferern, sondern bei wenigen Autobauern“, so Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research, in seiner Studie. Er zeigt Unverständnis für die Strategie der deutschen Behörden. „In diesem Zusammenhang ist nicht zu verstehen, warum die deutsche Kartellbehörde etwa die Übernahme der Karmann-Dachsysteme durch Magna verbietet.“ (la)

 

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