Dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ist es gelungen, den kompletten Herstellungsprozess von Lithium-Ionen Batterien abzubilden. Bei den gefertigten Lithium-Ionen Zellen aus dem ZSW handelt es sich um den Standardtyp 18650. Die Zellen sind belastbar und zeigen eine sehr gute Stabilität.
Die Anstrengungen von Forschung, Politik und Wirtschaft, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen, könnten mit diesem Erfolg bald erste Früchte tragen: Hersteller von Batteriematerialien können nun gemeinsam mit dem ZSW neue Rezepturen in Standardzellen erproben, Maschinenbauer die Fertigungstechnologie optimieren. Der Aufbau einer Zulieferindustrie für den gesamten Fertigungsprozess wird damit schneller realisierbar.
„Von der Beschichtung über Schneiden, Wickeln, Kontaktieren und Füllen bis zur Formierung konnten wir alle Prozessschritte bei der Produktion von Hochleistungsbatterien erfolgreich demonstrieren", sagt Dr. Margret Wohlfahrt-Mehrens, Leiterin des Fachgebiets Akkumulatoren Materialforschung. Die Testreihen waren erfolgreich: Die ersten Zellen aus den Labors haben schon 2.000 Zyklen mit hoher Belastung hinter sich und zeigen bislang kaum Kapazitätsverluste. Bei den Akkus handelt es sich um die weltweit anerkannten Standardrundzellen, die derzeit auch in Elektroautos zum Einsatz kommen.
Im einem der nächsten Schritte wird das Forschungsinstitut großflächige Folien-Zellen bzw. prismatische Zellen herstellen, die für die Elektromobilität künftig bevorzugt werden. Mit dem nächstes Jahr bezugsfertigen neuen ZSW-Labor für Batterietechnologie in Ulm, kurz „eLaB“, werden die technischen Möglichkeiten für die Entwicklung von Hochleistungsbatterien nochmals deutlich ausgebaut. (la)