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Dudenhöffer: Deutschland verliert den Anschluss 20-07-10
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Tabelle1: Zulassungen und Bestand von von Elektrofahrzeugen.

Deutschland verliert bei der Elektromobilität wegen falscher Förderung den Anschluss. Die Budgets sind bescheiden und werden nach Gieskannenprinzip vergeben – und dadurch vergeudet. Zu diesem Ergebnis kommt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen sowie Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, in seiner neuesten Studie.

 

 

Da die Förderung für Elektromobilität in Deutschland deutlich hinter anderen wichtigen Regionen wie Asien und USA hinterher hinkt und zu stark "föderalistisch" auf Kleinprojekte ausgerichtet ist, besteht die Gefahr, dass Deutschland beim Zukunftsthema Elektromobilität international Wettbewerbs-fähigkeit verliert.

 

Eines der deutschen Musterprojekte sind acht Modellregionen, die unter Federführung des Verkehrsministeriums mit einem Budget von 115 Millionen Euro im Rahmen des Konjunkturpakets II finanziert werden. Dabei herrscht Doppelt- und Dreifachforschung. Bei fast allen Modellregionen wird Ladestruktur getestet, überwiegend mit Stadtwerken. In mehreren Regionen werden Diesel-Hybridbusse mit in den Busverkehr der Stadtwerke aufgenommen.

 

Dabei sind Dieselhybridbusse Serienprodukte. Ein Großteil der Projekt befasst sich mit dem Einsatz von Elektroroller und Elektrofahrräder. Auch diese Produkte sind Serienprodukte, die als China-Export in fast jedem Baumarkt gekauft werden können. Erhebliche Überlappungen gibt es auch bei dem Testen von Elektro-Transportern und dem Ausarbeiten von Logistik Konzepten.

 

Zusätzlich werden Projekte mit Landesförderung gestartet, wie etwa die Förderung der Hochschule Bochum mit 1,7 Mio. Euro für die Entwicklung eines Elektrotransporters. Das Projekt ist isoliert. Autobauer wie Ford und Mercedes sind längst in der Serienerprobung von Elektrotransporter.

 

In Deutschland entwickelt sich die Elektromobilität deshalb langsamer als in anderen Ländern, so Dudenhöffer. Das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel, bis zum Jahre 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben, werde nicht erreicht.

 

Mit dieser Entwicklung geht der Automobilstandort Deutschland ein strategisches Risiko ein. Nur zwei Prozent der weltweiten Lithium-Ionen-Zellproduktion für automobile Anwendungen sind auf Deutschland konzentriert während die deutsche Automobilindustrie für 20% aller weltweit produzierten Pkw steht.

 

Dabei wäre der Markt für Elektromobilität für das Hochlohnland Deutschland ideal geeignet, um mit hochqualifizierten Arbeitskräften und hoher Automatisierung Wertschöpfung am Standort zu generieren. Hochleistungsbatterien und andere Komponenten für Elektrofahrzeuge werden sehr kapitalintensiv produziert.

 

Nach einer konservativen Hochrechnung des Instituts steigt der Markt für Hochleistungsbatterien für automobile Anwendungen bis zum Jahre 2025 auf über 130 Milliarden Euro. Bei einem Umsatzanteil von 25 Prozent für Deutschland entspricht dies 100.000 neuen Arbeitsplätzen.

 

Das Erfolgskriteriun für den Elektroantrieb ist laut Dudenhöffer fast ausschließlich die Entwicklung der Batteriekosten. Unterstellt man ein 25 kWh-Batterie, die bei einem Kompaktfahrzeug eine Reichweite von bis zu 130 km ermöglicht, ergeben sich bei heutigem Stand Kosten von 17.500 Euro. Nach Industrieschätzungen könnten die Preise bis ins Jahr 2020 um 70 % reduziert werden. Damit lägen die Batteriekosten bei nur noch 5000 Euro.

 

Getrieben durch steigende Ölpreise, Emissionsauflagen und deutliche Kostensenkungen bei Komponenten und Hochleistungsbatterien werden im Jahr 2025 – konservativ geschätzt – weltweit 21,9 Millionen reine Elektrofahrzeuge (BEV) und Plug-In Hybrid-Fahrzeuge (PHEV) verkauft werden. Zusätzlich zu den Plug-In-Hybriden steigt die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen ohne externe Stromauftank-Möglichkeiten nach unseren Prognosen bis zum Jahr 2025 auf 34,2 Millionen Fahrzeugverkäufe. Außerdem kann damit gerechnet werden, dass neue Hybrid-Konzepte sich der Lithium-Ionen-Technik und nicht mehr der Nickel-Metallhybrid-Batterien bedienen.

 

Da in Deutschland wesentliche Impulse zu Einführung von Elektrofahrzeugen fehlen, wird das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel, bis zum Jahre 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen laut der Studie nicht erreicht. Dudenhöffer rechnet in seiner Simulation mit weniger als 600.000 Fahrzeugen, welche in die Kategorie Elektrofahrzeuge fallen. (la)

 

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