Zum 32. Internationalen Wiener Motorensymposium am 5. und 6. Mai 2011 zeigt MBtech im Kongresszentrum der Hofburg Wien zwei praxisnahe Lösungen, die nachhaltig umweltfreundliche Fortbewegung für leichte und mittelschwere Nutzfahrzeuge ermöglichen.
220 kW Leistung und 1.200 Nm Drehmoment aus einem aufgeladenen, gewichtsoptimierten Vierventil-Reihenvierzylinder mit rund sechs Litern Hubraum – obwohl bereits diese Eckdaten das Fachpublikum beeindrucken werden, liegt das eigentliche Highlight des "CoNAG 4C"-Motorkonzepts im Kraftstoffbedarf: Denn die Ingenieure aus Sindelfingen zeigen damit, wie sich ein sauberer Erdgas(CNG)-Motor mit bisher nur Dieselaggregaten vorbehaltenen Leistungseigenschaften realisieren lässt. Der direkte Vergleich beider Kraftstoffarten verdeutlicht, dass die CO2-Emissionen mit CNG um bis zu 25 Prozent sinken. Wenn das Aggregat zudem stöchiometrisch,das heißt, mit einem für die Schadstoffminimierung optimalen Kraftstoff-Luft-Verhältnis (Lambda 1) läuft, können auch aufwendige Abgasnachbehandlungssysteme entfallen: Dem "CoNAG 4C" genügt ein herkömmlicher Drei-Wege-Kat, um aktuelle Gesetzesnormen zu erfüllen. Damit eignet sich die neue Technik nicht nur für Lkw im Verteiler- und Kommunalverkehr, sondern auch zur stationären Energieerzeugung.
Hinzu kommen deutliche Kostenvorteile: Durch den gegenüber Diesel geringeren Preis an der Zapfsäule und seinen höheren Energiegehalt entlastet CNG den Gelbeutel um bis zu 50 Prozent. Außerdem seien die weltweiten Erdgasvorkommen auf lange Zeit gesichert und auch in jenen Ländern vorhanden, die sonst von Erdölimporten abhängig sind, was wiederum die Gefahr von Preissteigerungen minimiere, so Michael Kühn, Leiter des Segments Mbtech powertrain solutions.
Auch bei der zweiten Antriebslösung übernimmt ein Erdgas-Turboaggregat eine entscheidende Aufgabe: 1,2-Liter groß und 75 kW stark, arbeitet es mit der 70-kW-Elektromaschine im Plug-in-Vollhybridkonzept namens "DualX E-Drive" als Range- und Performance-Extender zusammen. Je nach Anforderung treiben die verbrennungsmotorische und die elektrische Antriebseinheit das Fahrzeug einzeln oder gemeinsam an.
Premiere feierte die innovative Antriebslösung in der MBtech Pick-up-Studie "Reporter". So lässt sich in diesem leichten Nutzfahrzeug beispielsweise die jeweils gewünschte Betriebsstrategie per Drehschalter wählen: "eco" für völlig emissionsfreies, rein elektrisches Fahren über eine Distanz von etwa 55 km, "4range" für optimale Verbrauchswerte und hohe Reichweite sowie "4dynamic", um die Kraft beider Aggregate für maximale Beschleunigung permanent verfügbar zu haben. Da die E-Maschine die Hinterachse und der Vierzylinder die Vorderräder antreibt, steht bei Bedarf auch ein Allradantrieb zur Verfügung. Durch konsequentes "Right-sizing" der beiden Antriebseinheiten sind geringer Verbrauch und hohe Fahrdynamik keine Gegensätze.
Ausführlichere Details dazu erhalten die Symposiumsteilnehmer am Freitag, den 6. Mai 2011, von Martin Ott, Leiter MBtech Projekthaus Hybrid: Um 14.30 Uhr beginnt sein Fachvortrag mit dem Titel „DualX E-Drive: Ein flexibles Antriebskonzept für Plug-in Hybride“ im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg. (sh)