Der chinesische Automarkt hat sich zum am schnellsten wachsenden Automarkt der Welt entwickelt. Bereits im Jahr 2010 werden die deutschen Autokonzernmarken gemeinsam mit Ford Deutschland und Opel Deutschland im deutschen Automarkt weniger Pkw verkaufen als die die Autobauer in China. Während 2005 rund 500.000 Fahrzeuge deutscher Autobauer in China verkauft wurden, waren es 2009 schon dreimal soviel. Die Hochrechnung für das laufende Jahr ergibt einen Absatz von 2,14 Millionen Fahrzeugen. Da die Inlandsnachfrage nach dem 2009 künstlich erzeugten Boom der Abwrackprämie (2,5 Millionen verkaufte Pkws deutsche Autobauer in Deutschland) vermutlich bei nur noch 2,03 Millionen landet, ist China 2010 erstmals wichtiger als Deutschland.
| 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 Hoch- rechnung | Diff. 2009/2010 |
Produktion deutsche Autobauer China | 430.592 | 619.782 | 855.427 | 871.795 | 1.247.175 | 1.750.000 | 40,30% |
Pkw-Exporte deutsche Autobauer nach China | 73.840 | 153.967 | 190.542 | 217.705 | 299.901 | 390.000 | 30% |
Total Deutsche in China | 504.432 | 773.749 | 1.045.969 | 1.089.500 | 1.547.076 | 2.140.000 | 38% |
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Verkäufe deutsche Konzernmarken Deutschland* | 2.326.054 | 2.406.312 | 2.190.797 | 2.162.664 | 2.508.112 | 2.030.000 | -19,10% |
Differenz | 1.821.622 | 1.632.563 | 1.144.828 | 1.073.164 | 961.036 | -110.000 | |
* Deutsche Konzernmarken Deutschland: BMW-Group, Mercedes-Smart, Ford Deutschland, Opel Deutschland, VW-Gruppe, Porsche
Während der deutsche Automarkt nach der Abwrackprämie eingebrochen ist, wächst China mit hohem Tempo weiter. Der Markt Deutschland wird für die Autoindustrie zusehends unbedeutender. Im Jahr 2025 werden in China knapp 30 Millionen Pkw verkauft und in Deutschland knapp 3 Millionen. Deutschland wird dann nicht mehr unter den fünf größten Automärkten der Welt sein und China dominiert das Auto-geschäft. Damit wandern die Arbeitsplätze in der Autoindustrie immer stärker nach China. China wird das neue Zentrum der weltweiten Autoindustrie.
Das hat Folgen. Der Standort Deutschland gerät unter Druck, das Zentrum der Automobilindustrie wandert nach Fernost. Am Markt China kommt in der Zukunft kein Autobauer mehr vorbei. Erfolg wird nach dem Jahr 2020 gleichbedeutend damit sein, in China Erfolg zu haben. Dazu werden die Fahrzeuge auch in China entwickelt werden müssen. Nicht nur die Produktion wandert nach China, sondern ab 2015 auch die Entwicklung.
Dabei liegt es nahe, dass die Chinesen auch von der Kapitalseite Einfluss gewinnen werden. SAIC hat bereits angekündigt, sich beim Börsengang von GM mit zu engagieren. Auch werden deutsche Autobauer nach Dudenhöffers Überzeugung zukünftig neue Besitzer aus China erhalten denn Firmen, die Chinesen keine Möglichkeit zum Einstieg geben, könnten in China in Probleme laufen. China wird sich einen strategischen Einfluss auf die Autoindustrie sichern. Die bisherige Joint-Venture Strategie der Chinesen hat dies schon angedeutet. (la)