Das Ergebnis vor Steuern lag 2011 aufgrund von Sonderbelastungen bei rund fünf Prozent vom Umsatz und damit unterhalb des Zielkorridors von sieben bis acht Prozent. Die Sonderbelastungen setzen sich aus gestiegenen Materialkosten, Vorleistungen für Zukunftsfelder wie die Elektromobilität oder erneuerbare Energien und aus einem Impairment im Geschäftsbereich Solar Energy zusammen.
Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung ist auch die weltweite Mitarbeiterzahl zum 1.1.2012 um nahezu 20.000 auf mehr als 303.000 gestiegen. Der größte Zuwachs fand in Europa statt. Dort kamen 10.300 Mitarbeiter hinzu, davon alleine in Deutschland 5.200, in Ungarn 1.700 und in der Türkei 1.600. Einen deutlichen Anstieg gab es erneut in Region Asien-Pazifik. Dort beschäftigt Bosch 8.200 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. Aber auch in Nord- und Südamerika konnte Bosch die Anzahl der Beschäftigten um insgesamt 1.200 steigern.
Der Umsatz der Bosch-Gruppe ist 2011 in allen Regionen gestiegen: In Europa ist Bosch um 9,5 Prozent auf mehr als 30 Milliarden Euro gewachsen, vor allem aufgrund der sehr guten Entwicklung in Deutschland mit einem Plus von zehn Prozent auf zwölf Milliarden Euro. In Asien-Pazifik konnte das Unternehmen seinen Umsatz um nahezu neun Prozent auf rund zwölf Milliarden Euro steigern und in Nord- und Südamerika um sieben Prozent auf mehr als neun Milliarden Euro. Gleichzeitig stärkte Bosch im vergangenen Jahr seine internationale Präsenz: In China beispielsweise erweiterte das Unternehmen die Produktion von Bremsregelsystemen am Standort Suzhou. In Vietnam errichtete Bosch eine Fertigung für Schubgliederbänder für stufenlose Kraftfahrzeug-Automatikgetriebe und eröffnete sein erstes Software-Entwicklungszentrum Südostasiens.
Alle drei Unternehmensbereiche haben zum Wachstum beigetragen: Die Kraftfahrzeugtechnik erwirtschaftete erstmals mehr als 30 Milliarden Euro und liegt damit um rund acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Das kräftigste Umsatzplus mit 20 Prozent auf acht Milliarden Euro verzeichnete die Industrietechnik. Der Unternehmensbereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik setzte sein stetes Wachstum um 4,3 Prozent auf 13 Milliarden Euro weiter fort.
Insgesamt wendete Bosch 2011 mehr als vier Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung auf. Das Unternehmen beschäftigte zum 1.1.2012 fast 39 000 Forscher und Entwickler - das sind rund 4 500 mehr als im Jahr zuvor. Alleine in Asien-Pazifik sind mehr als 2 500 Mitarbeiter in diesem Bereich hinzugekommen. Auch die Anzahl der Patentanmeldungen ist deutlich gestiegen um 260 auf rund 4 100 - das entspricht 16 Anmeldungen pro Arbeitstag.
Die Bosch-Gruppe verstärkt ihr Engagement auf Zukunftsfeldern wie der Elektromobilität und dem Internet der Dinge und Dienste. Für die Elektromobilität wendet das Unternehmen jährlich rund 400 Millionen Euro auf. Bis 2013 sollen 21 Projekte für Hybrid- bzw. reine Elektroantriebe mit 13 Automobilherstellern in Serie gehen. Zudem bietet Bosch elektrische Fahrantriebe für Fahrräder und künftig auch eScooter an. Mit mehr als 70 000 Antriebssystemen für 30 verschiedene Fahrradmarken ist das Unternehmen 2011 in diesem Markt erfolgreich gestartet.
Bosch geht für 2012 von einer weiteren Abschwächung der Weltwirtschaft aus, erwartet jedoch keine globale Rezession. Nach voraussichtlich 3,2 Prozent im Jahr 2011 rechnet das Unternehmen 2012 mit einem weltweiten Wachstum von rund 2,5 Prozent. (sh)