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Die fünf wichtigsten Pkw-Märkte (Quelle: CAR-Center Automotive Research/ Struktur Management Partner).
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Laut der jüngsten Studie laufen Unternehmen in Gefahr, im Wettbewerbs- und Konsolidierungsprozess der Branche seine Selbstständigkeit zu verlieren. In den nächsten 15 Jahren könnte dies bei bis zu 20% der mittelständischen Zulieferer der Fall sein.
Die Märkte mit dem größten Zuwachs liegen in Asien. Im Jahr 2015 werden allein China und Indien einen Marktanteil von 27,5% an allen weltweit verkauften Pkw haben, 2025 werden es 40 Prozent sein. 2005 waren dies noch 7,8%. Die enorme Steigerung wird durch hohes Wirtschaftswachstum und eine noch geringe Fahrzeugdichte getrieben. Beispielsweise entfallen heute auf 1000 Chinesen gerade mal 24 Pkw. In Deutschland liegt diese Kennzahl bei 530 Pkw pro 1000 Einwohner. „Die Dynamik ist enorm“, so Peter Faulhaber, geschäftsführender Partner der Struktur Management Partner GmbH. Wer als Automobilzulieferer bei diesem Wachstumsprozess seine Bedeutung nicht verlieren will, muss in den Regionen Asiens expandieren und vor Ort mit Produktionsstätten arbeiten. „China mit Exporten aus Deutschland zu bedienen ist illusionär“, so Faulhaber.
Aus der Befragung von 114 Zulieferunternehmen, 27 Managern von Autobauern und 45 Bankmanagern in der Studie ergibt sich, dass gerade die mittelständischen Zulieferer die Wachstumsdynamik in Asien deutlich unterschätzen. So planen die in der Studie befragten weniger erfolgreichen mittleren und kleinen Zulieferer für das Jahr 2015 einen Umsatzanteil von nur 4,9% in China/Asien und selbst bei den Erfolgreichen liegt der Anteil nur bei 9 Prozent.
Die Konsequenz: Die mittelständischen Zulieferer verpassen das Wachstum in Asien und werden damit das Wachstumstempo der Branche nicht mitmachen können. Wer Marktanteile verliert, verschlechtert im Autogeschäft seine Kostenposition. Wer seine Kostenposition verschlechtert rutscht Stück für Stück in die Verlustzone und geht das Risiko ein, als Unternehmen seine Selbstständigkeit zu verlieren. Schwache Zulieferer werden in den nächsten Jahren zu Übernahmekandidaten oder steigen ganz aus dem Markt aus. „Nach den Ergebnissen der Studie könnten bis zu 20 Prozent der mittelständischen Zulieferer in den nächsten 10 Jahren betroffen sein“, so Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen.
Um diesem Trend gegenzusteuern ist laut der Studie es notwendig, für das Unternehmen eine passende Asien-Strategie und Wachstums-Strategie zu entwickeln. So schlagen Dudenhöffer und Fauhlaber vor, auf die Hochschullandschaft in Deutschland zuzugehen. Dort werden junge Chinesen als Wirtschaftsingenieuren und Ingenieuren ausgebildet, die mit der chinesischen Sprache und den Kulturkreis vertraut sind und gleichzeitig unserem Sprach- und Kulturkreis kennen. Damit stünde den Unternehmen ein Potential von jungen Fachkräften zur Verfügung, die nach guter Einarbeitung im Betrieb die Brücke für das Unternehmen nach China schlagen können. Nach Erfahrungen der Experten wird dieses Potential deutlich zu wenig genutzt. Weder von den einzelnen Unternehmen noch von den großen Wirtschaftsverbänden, wie etwa dem VDA (Verband der Automobilindustrie) oder BDI (Bundesverband der deutschen Industrie) werden der Studie zufolge entsprechende Aktivitäten verfolgt.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass fünf Maßnahmen zur Generierung des fünfprozentigen Wachstums wichtig sind: Der richtige Produkt- und Dienstleistungsmix, angemessenes Wachstum der Entwicklungs-Budgets, eine balancierte Auslandspräsenz, die richtige Fokussierung des Vertriebs und eine maßgeschneiderte Finanzierungsstrategie. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, besteht die Gefahr, dass Unternehmen im Wachstumsprozess in Schieflagen geraten. Die größten Risiken und Defizite bei mittelständischen Zulieferern liegen in der Internationalisierung und Finanzierung des Wachstumsprozesses. (la)